FAQ

Zu den Risi­ken und Neben­wir­kun­gen lesen Sie bit­te die­se Hin­wei­se auf­merk­sam durch und stel­len Sie uns Fra­gen.

Eine Montesso­ri­schu­le unter­schei­det sich von einer staat­li­chen Regel­schu­le. In die­sem Zusam­men­hang ent­ste­hen bei Eltern und Groß­el­tern häu­fig Beden­ken und wer­den Fra­gen gestellt.

Eine Aus­wahl die­ser Fra­gen möch­ten wir nach­fol­gend beant­wor­ten.

Wir haben die Erfah­rung gemacht, dass auch die über­zeug­tes­ten Eltern zwei­feln, wenn Ihr Kind nicht wie erwar­tet lernt, wenn Bekann­te, Freun­de oder auch Ver­wand­te zum Ver­glei­chen mit dem „Ler­nen an einer Regel­schu­le“ auf­for­dern.

Ver­gleich­bar ist aller­dings nur Ver­gleich­ba­res.

Und trotz­dem wer­den Eltern unru­hig, weil an unse­rer Grund­schu­le kei­ne Haus­auf­ga­ben den Nach­mit­tag blo­ckie­ren, Schü­ler nicht vom „stres­si­gen Schul­tag“, vie­len Lern­kon­trol­len und Klas­sen­ar­bei­ten erzäh­len.

Mit den nach­fol­gen­den Fra­gen haben Sie die Mög­lich­keit sich im Vor­feld mit die­ser Pro­ble­ma­tik, die sicher auch auf Sie zukom­men wird, zu beschäf­ti­gen.

Nach­fra­gen sind von unse­rer Sei­te aus­drück­lich erwünscht.

Was unterscheidet uns grundsätzlich von anderen Schulen?

Unse­re staat­lich aner­kann­te Freie Montesso­ri Grund­schu­le Han­gels­berg ist eine als Ganz­tags­schu­le orga­ni­sier­te Grund­schu­le. Wäh­rend der Kern­zeit – 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr – fin­den die meis­ten Lern- und Frei­zeit­an­ge­bo­te statt. Dabei ver­net­zen und rhyth­mi­sie­ren wir den gesam­ten Tages­ab­lauf und bie­ten sowohl im Vor- als auch Nach­mit­tags­be­reich Lern­zei­ten und Frei­zeit­be­tä­ti­gun­gen an.

Die Frei­ar­beit ist unse­re grund­le­gends­te Lern­form. Hier erar­bei­ten sich die Schü­le­rIn­nen den größ­ten Teil des Unter­richts­stof­fes der Fach­be­rei­che Deutsch, Mathe­ma­tik und kos­mi­sche Erzie­hung (im wei­te­ren Sin­ne als Sach­un­ter­richt zu ver­ste­hen)

Zen­su­ren ver­ge­ben wir erst in der 6. Jahr­gangs­stu­fe.

Die Schü­le­rIn­nen erhal­ten kei­ne Haus­auf­ga­ben.

Wir ver­wen­den kei­ne fest­ge­leg­ten Lehr­bü­cher. Jedoch nut­zen die Schü­le­rIn­nen viel­fäl­ti­ge Nach­schla­ge­wer­ke, mit denen sie selbst­stän­dig arbei­ten ler­nen. In unse­rer Schu­le gibt es kein Klin­geln.

Wie ist dann das freie Lernen mit den Inhalten des brandenburgischen Rahmenlehrplanes zu vereinbaren?

Die Bran­den­bur­gi­schen Rah­men­lehr­plä­ne sind auch für unse­re Schu­le ver­pflich­tend.

Für die Frei­ar­beit der Jahr­gangs­stu­fen 1–3 und 4–6 haben wir in unse­ren Pen­sen­lis­ten die not­wen­di­gen Inhal­te der Fach­be­rei­che Deutsch, Mathe­ma­tik und Sach­kun­de (hier Kos­mi­sche Erzie­hung) fest­ge­schrie­ben. Die Schü­ler doku­men­tie­ren gemein­sam mit dem Päd­ago­gen die erar­bei­te­ten Lern­in­hal­te. Dabei legen wir aller­dings kei­ne Ver­tei­lung in den ent­spre­chen­den Jahr­gangs­stu­fen fest. Für den ein­zel­nen Schü­ler kann das bedeu­ten, dass er sich schon im ers­ten Lern­jahr mit Inhal­ten aus der drit­ten Jahr­gangs­stu­fe beschäf­tigt.

Wäh­rend der Frei­ar­beit kann das Kind allein, in Part­ner- oder Grup­pen­ar­beit sich den ent­spre­chen­den Auf­ga­ben zuwen­den. Es erhält durch den Päd­ago­gen eine Ein­füh­rung (Lek­ti­on), wird in der Anwen­dung des Montesso­ri – Mate­ri­als unter­wie­sen und mit unter­schied­li­chen Lern­me­tho­den ver­traut gemacht. Dem Kind steht es dabei frei, sei­nen Lern­in­halt, sei­ne sozia­le Lern­form und sein Lern­tem­po ent­spre­chend sei­ner sen­si­blen Pha­se selbst zu bestim­men. Die Päd­ago­gen beob­ach­ten das Kind und bie­ten ent­spre­chen­de Inhal­te an, för­dern und for­dern falls es not­wen­dig wird.

Somit wird ins­be­son­de­re die natür­li­che Neu­gier­de wach gehal­ten.

Das bedeu­tet, dass sich Ihr Kind mit ande­ren The­men im Unter­richt beschäf­tigt als das Nach­bar­kind in der Regel­schu­le.

Fra­gen Sie sich: Hal­te ich das aus?

Aus unse­rer Erfah­rung wis­sen wir, dass die Kin­der damit weni­ger Pro­ble­me haben, eher die Eltern.

Fremd­spra­chen, Kunst, Musik und Sport haben ihren fes­ten Platz im Unter­richts­all­tag.

Zusam­men­fas­sen­de Fra­ge:
Beherrscht mein Kind dann nach 6 Jah­ren Grund­schul­zeit alle gefor­der­ten Inhal­te?

Ant­wort: Nicht mehr und nicht weni­ger als die Kin­der an der Regel­schu­le.

Wenn mein Kind frei wählen kann, wird es dann auch genug lernen?

Die Montesso­ri Päd­ago­gik geht von der natür­li­chen Neu­gier­de des Kin­des aus, sei­nem Drang die Welt zu ent­de­cken und in allen Ein­zel­hei­ten zu erfor­schen. Der Päd­ago­ge ist dabei in einer neu­en Rol­le, er beob­ach­tet das Kind, macht Ange­bo­te und schafft die Umge­bung, in der sich das Kind ent­wi­ckeln kann.

Aus Erfah­rung wis­sen wir, dass nicht mehr jedes Kind über die­se natür­li­che Neu­gier­de ver­fügt. Hier ist es wich­tig, dass der Päd­ago­ge dem ein­zel­nen Kind wie­der­holt und auf neue Wei­se Auf­ga­ben anbie­tet. In den Jahr­gangs­stu­fen 4–6 rücken immer mehr selbst gestell­te Auf­ga­ben und Pflich­ten in den Mit­tel­punkt der Frei­ar­beit.

För­dern und For­dern sind Grund­prin­zi­pi­en der Montesso­ri Päd­ago­gik. Durch die Alters­mi­schung wer­den den Schü­lern zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten gege­ben. Zum einen kön­nen sie mit ande­ren Schü­lern ler­nen und somit selbst Lern­stoff fes­ti­gen und zum ande­ren erklä­ren Kin­der in ihrer eige­nen Spra­che mit­un­ter bes­ser.

Soll­te sich ein Kind kei­ne eige­ne Arbeit wäh­len, muss der Päd­ago­ge gut beob­ach­ten war­um dies so ist. Hier bau­en wir auf einen guten Aus­tausch zwi­schen Schu­le und Eltern­haus.

Ist es in unserer heutigen Zeit nicht notwendig schon frühzeitig Leistungsdruck auszuüben?

Montesso­ri Schu­len sind Leis­tungs­schu­len, weil das Kind weiß, dass es etwas leis­ten kann. Ein gesun­des Selbst­ver­trau­en und das Wis­sen um die eige­nen Mög­lich­kei­ten und auch Gren­zen sind Basis, um mit Leis­tungs­druck umzu­ge­hen. Beson­ders wäh­rend der Frei­ar­beit erler­nen die Kin­der sich selbst ein­zu­schät­zen und mit Hil­fe des Päd­ago­gen Stra­te­gi­en zur Ver­bes­se­rung ihrer Leis­tung zu ent­wi­ckeln. Die regel­mä­ßi­gen Rück­mel­dun­gen der Grup­pe und des Päd­ago­gen über ihre Arbeit und Arbeits­wei­se hel­fen dabei.

Wie kann ich ohne Zensuren den Leistungsstand meines Kindes erfahren?

Wäh­rend des gesam­ten Tages beob­ach­ten die Päd­ago­gen das Kind, sam­meln Ein­drü­cke und Fak­ten. Die­se sind Grund­la­ge für Beob­ach­tungs­do­ku­men­ta­tio­nen, die dem Päd­ago­gen den gegen­wär­ti­gen Stand der Ent­wick­lung des Kin­des auf­zei­gen.

Dar­über hin­aus gibt es an unse­rer Grund­schu­le wei­te­re For­men zur Doku­men­ta­ti­on des Lern­fort­schrit­tes:

Zum einen die Pen­sen­lis­te, die Ori­en­tie­rung und Über­blick geben, die Pen­sen­bü­cher, die detail­liert Lern­fort­schrit­te erfas­sen, regel­mä­ßi­ge Eltern-Leh­rer-Kind-Gesprä­che und wei­te­re indi­vi­du­ell zu ver­ein­ba­ren­de Gesprä­che.

Ent­schei­dend ist, dass ihnen ein Leis­tungs­ver­ständ­nis zugrun­de liegt, das pro­zess­ori­en­tiert ist. Beur­teilt wer­den nicht das Lern­ziel, son­dern der indi­vi­du­el­le Lern­fort­schritt und die Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung des Kin­des.

Haben Schüler einer Montessori-Grundschule beim Übergang in die weiterführende Schule besondere Schwierigkeiten?

Der Montesso­ri-Dach­ver­band führt dazu aus: „Spe­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten, die sich aus der beson­de­ren päd­ago­gi­schen Gestal­tung der Montesso­ri­schu­le erge­ben, sind nicht zu beob­ach­ten. Die Kin­der haben ja nicht nur die im Lehr­plan gefor­der­ten, son­dern dar­über hin­aus zusätz­li­che Kennt­nis­se erwor­ben; sie sind mit vie­len ver­schie­de­nen Unter­richts­for­men ver­traut; Lern- und Arbeits­hal­tung sind aus­ge­bil­det. Wohl kön­nen eini­ge sen­si­ble Kin­der Umstel­lungs­schwie­rig­kei­ten haben, da sie die an der Grund­schu­le gewohn­te Atmo­sphä­re des per­sön­li­chen Ver­trau­ens zwi­schen Leh­rern und Schü­lern wahr­schein­lich nicht an jeder wei­ter­füh­ren­den Schu­le in der glei­chen Wei­se wie­der fin­den wer­den.“

Unse­re Erfah­run­gen zei­gen, dass sich die Schü­ler in dem neu­en Umfeld gut zurecht­fin­den. Wie für Schü­ler aus Regel­schu­len sind auch für unse­re Schü­ler neue Schul­for­men eine Her­aus­for­de­rung. Nach der übli­chen Ein­ge­wöh­nungs­pha­se sind Montesso­ri Schü­ler inte­griert und ler­nen nach ihren indi­vi­du­el­len Mög­lich­kei­ten. Oft knüp­fen sie an ihrem Leis­tungs­stand an. Dabei kom­men ihnen die erlern­te Selbst­stän­dig­keit, die Erfah­rung des eigen­stän­di­gen Ler­nens und das Wis­sen der eige­nen Mög­lich­kei­ten und Gren­zen zu Gute.